• Eupen Versailles

Eupen

Zusammenfassung der Geschichte Ostbelgiens (ab 1815)

  • 1815: Beim Wiener Kongress werden die Niederlande gegründet. Das Land umfasst die Benelux Staaten, mit Ausnahme der Kreise Eupen und Malmedy. Letztere beinhalten auch den jetzigen Kanton Sankt Vith. Diese Kreise werden Preußen zuerkannt. Auch Neutral-Moresnet wird erschaffen. Dieses Gebiet wird von Preußen und den Niederlanden gemeinsam verwaltet.
  • 1830: Belgische Revolution. Keine Änderung für die Kreise Ostbelgiens, die preußisch bleiben. -> Die Grenzsteine Belgien Preußen werden ab 1840 aufgestellt. Belgien ersetzt die Niederlande bei der Verwaltung Neutral-Moresnets.
  • 1915-1918: 1. Weltkrieg. Die Bewohner des preußischen Ostbelgiens kämpfen in der Armee ihres Landes.
  • 1919: Durch den Versailler Vertrag werden die Ostkantone sowie auch Neutral-Moresnet belgisch (siehe Artikel 34 und weitere auf der nächsten Seite).
  • 1920-1925: Übergangszeit unter Hochkommissar Baltia, der in Malmedy seinen Sitz hatte. Er organisierte die sehr umstrittene Volksbefragung.
  • 1940: Die Ostkantone und einige Teile der benachbarten Gemeinden werden vom Deutschen Reich annektiert. 1941 folgt auch die Zwangseinberufung der Bevölkerung in die deutsche Armee.
  • 1945: Ostbelgien wird wieder belgisch.
  • 1984: Die Deutschsprachige Gemeinschaft wird geboren. Sie umfasst die 5 Eifeler Gemeinden Amel, Büllingen, Bütgenbach, Sankt Vith und Burg Reuland, die 3 nördlichen Gemeinden Eupen, Lontzen und Raeren und die Gemeinde Kelmis, früher Neutral-Moresnet. Die Gemeinden Malmedy und Weismes sind der französischsprachigen Gemeinschaft angegliedert.

Achtung: Der Vertrag wurde in den Sprachen Englisch und Französisch „verbindlich“ geschrieben, Deutsch war nur eine „amtliche Übersetzung“.

Artikel 34 des Versailler Vertrags:

„DeuEhemaliges Dreiländereck<br>Belgien, Luxemburg und Preußen<br>nördlich von Huldange bei L-Schmiede.tschland verzichtet außerdem zugunsten Belgiens auf alle Rechte und Ansprüche auf das gesamte Gebiet der Kreise Eupen und Malmedy. Während sechs Monaten nach Inkrafttreten des gegenwärtigen Vertrags werden von der belgischen Behörde in Eupen und Malmedy Listen ausgelegt; die Einwohner dieser Gebiete sind berechtigt, darin schriftlich den Wunsch auszudrücken, dass diese Gebiete ganz oder teilweise unter deutscher Souveränität verbleiben. Es ist Sache der belgischen Regierung, das Ergebnis dieser*) Äußerung der Bevölkerung zur Kenntnis des Völkerbundes zu bringen, dessen Entscheidung anzunehmen sich Belgien verpflichtet.“

*) Im Englischen „dieser öffentlichen“

Die anderen Artikel betreffend Belgien und Deutschland

Artikel 31:
„In Anerkennung der Tatsache, dass die Verträge vom 19. April 1839, die vor dem Kriege die Rechtslage Belgiens bestimmten, durch die Verhältnisse überholt sind, stimmt  Deutschland der Aufhebung dieser Verträge zu und verpflichtet sich schon jetzt zur Anerkennung und Beobachtung aller wie auch immer gearteten Übereinkommen, die die alliierten und assoziierten Hauptmächte oder einzelne von ihnen mit der belgischen oder der niederländischen Regierung zum Ersatz der genannten Verträge von 1839 etwa abschließen. Sollte sein förmlicher Beitritt zu diesen Übereinkommen oder zu einzelnen ihrer Bestimmungen gefordert werden, so verpflichtet sich Deutschland schon jetzt, diesen Beitritt zu erklären.“

Artikel 32:
„Deutschland erkennt die volle Souveränität Belgiens über das ganze streitige Gebiet von Moresnet (das sogenannte "Neutral-Moresnet") an.“

Artikel 33:
„Deutschland verzichtet zugunsten Belgiens auf alle Rechte und Ansprüche auf das westlich der Straße Lüttich - Aachen liegende Gebiet von Preußisch-Moresnet. Die am Rande dieses Gebiets verlaufende Strecke der Straße fällt an Belgien.“

Artikel 35:
„Ein Ausschuss von sieben Mitgliedern, von denen fünf von den alliierten und assoziierten Hauptmächten, eines von Deutschland und eines von Belgien ernannt werden, tritt zwei Wochen nach Inkrafttreten des gegenwärtigen Vertrags zusammen, um an Ort und Stelle unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse und der Verkehrswege die neue Grenzlinie zwischen Belgien und Deutschland festzusetzen. Dieser Ausschuss entscheidet mit Stimmenmehrheit. Seine Entscheidungen sind für die Beteiligten bindend.“

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